Schön mit 20,30,40,...


Dass wir die Zeit nicht anhalten können und nicht immer mit der jugendlich-frischen Haut einer 25-Jährigen gesegnet sind, wissen wir alle. Zu mir als Kosmetikerin hat, wenn ich genau darüber nachdenke, keine Kundin je gesagt, sie wolle wieder 20 sein nur wegen eines faltenlosen Gesichts (wenn sich auch so manche über ihre Fältchen beschwert). All die Lebenserfahrung, die wir bis jetzt gesammelt haben, liebe Leserin, wollen wir doch gar nicht hergeben – das macht Ihren Charme, Ihr Charisma und Ihren Charakter aus. Brigitte Bardot soll einmal gesagt haben: „Ich bin stolz auf die Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht.“ Wenn es einer so berühmten, so oft fotografierten und hofierten Frau gelungen ist, die Mär vom immer jungen Gesicht und einem makellosen Körper zu zerstreuen, dann können Sie das auch! Die gute, sogar wissenschaftlich bestätigte Nachricht für uns ist: Den Genen wird bei der Hautalterung oft zu viel Bedeutung beigemessen. Sie tragen nur zu etwa 25 Prozent zu unserem Hautbild bei. Lebenswandel und äußere Einflüsse haben wesentlich größeren Einfluss darauf – eben rund 75 Prozent. Mit gesunder Ernährung, Bewegung und Sport sowie ausreichend Schlaf können Sie schon einiges für sich tun – egal, wie alt Sie sind. Es ist nie zu spät, die Liebesbeziehung zu Ihrer Haut aufzufrischen.

Die Haut mit 20: Ab jetzt vorbeugen Zwischen 20 und 30 ist unsere Haut in Topform und macht (fast) noch alles mit, was wir ihr zumuten. Die Haut ist noch frisch und sie kann ihre Funktionen weitest- gehend allein aufrecht erhalten. Doch bereits jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein individuelles, erstes Pflegeprogramm. Denn hormonelle Veränderungen, falsche Pflege oder ungesunde Ernährung können die Haut aus ihrem Gleichgewicht bringen. Die auf junge Haut abgestimmte Pflegeroutine erhält ihre natürliche Balance und ihre Schutzbarriere. Je früher mit dem Vorbeugen und Pflegen angefangen wird, um so besser.

Die Haut mit 30: schützen, straffen und aufbauen Noch sind die Falten, die sich ab dem 30. Lebensjahr zeigen, nicht besonders tief. Doch leider verliert die Haut ab jetzt an Spannkraft und Festigkeit. Ab nun ist daher schützen, straffen, aufbauen angesagt. Sie dürfen gern zur Anti-Aging Pflege greifen, damit es sich die leichten Knitterfältchen nicht allzu gemütlich im Gesicht machen können. Produkte, welche die Kollagensynthese unterstützen und Feuchtigkeit spenden, tun jetzt gut, genauso wie ein täglicher Sonnenschutz, denn UV-Strahlen lassen die Haut am meisten altern. Eine Versorgung der Haut in der Nacht unterstützt den nächtlichen Regenerationsprozess, genauso wie die Einnahme von Hyaluronsäure-Kapseln, was den Feuchtigkeitsgehalt der Haut bereits nach wenigen Wochen um das sechsfache erhöhen kann. Milde und pflegende Reinigungsprodukte verwöhnen morgens und abends ihre Haut. Denken Sie dabei auch an die zarte Augen- partie, Lippen, Hals und Dekolletè.

Die Haut mit 40: versorgen, glätten und stärken Mit 40 stehen die meisten von uns Frauen schließlich (oder endlich?) voll im Leben – und kommen mehr oder weniger damit zurecht, dass man uns das auch langsam ansieht ... was mit 36 oder 38 Jahren noch Fältchen um Mund und Augen waren, können nun tatsächlich schon tiefere Falten sein. Die Augen wirken etwas müder, Tränensäcke und Querfalten auf der Stirn können sich zeigen. Eine reichhaltige und straffende Augenpflege ist unerlässlich. Die Haut wird von Natur aus trockener und verliert immer mehr an Elastizität. Das liegt an der reduzierten, körpereigenen Kollagenproduktion. Passende Seren mit hohem Hyaluronsäureanteil, welche die Haut „auffüllen“ und die Faltentiefe ausgleichen, sowie entsprechende Cremes sind in der Lage, diese Defizite zunächst auszugleichen. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel (Nutricosmetics) mit Hyaluronsäure und Kollagen-Peptiden, oral eingenommen, bieten ganzheitlich Unterstützung, indem sie Falten sichtbar und nachhaltig mindern, denn hier können die Wirkstoffe auch in die untersten Hautschichten vordringen und von innen heraus wirken- und zwar am ganzen Körper und nicht nur lokal. Hormonschwankungen können nun zu Hautunreinheiten führen. Leider verliert der Teint ab 40 auch oft sein Strahlen und wirkt sogar manchmal matt und fleckig. Dem wirkt regelmäßiges Peelen entgegen, wodurch abgestorbene Hautschüppchen entfernt werden. Eine Tagespflege mit UV-Schutz ist jetzt sinnvoll. Generell empfehle ich meinen Kundinnen ab 40, für sie passende Produkte mit dem Wirkstoff Retinol zu verwenden: Es unterstützt die Kollagenproduktion, verfeinert das Hautbild und glättet Fältchen. Vitamin C lässt die Haut jünger und frischer wirken. Es hilft gegen Anzeichen der Hautalterung, bei sonnengeschädigter Haut und Flecken, wie sie etwa nach Pickeln entstehen können. Ihren Körper pflegen Sie am besten mit einer straffenden Lotion oder Creme.

Die Haut mit 50: ausgleichen, was fehlt Ihr Anti-Aging-Programm sollte jetzt etwas umfangreicher werden, denn die Haut wird nun merklich dünner und trockener; der natürliche Schutz der Hautbarriere reduziert sich in den kommenden Jahren stark. Dafür gibt es mehrere Ursachen, wie der massiv sinkende Östrogenspiegel und der sich verlangsamende Zellstoffwechsel in der Dermis. Die Haut wird schlaffer, Falten um Mund und Nase sind vorhanden, die Poren vergrößern sich aufgrund des Spannungsverlusts. Altersflecken können sich vermehrt zeigen. An Hals, Dekolletè und um die Augen sowie am Handrücken ist die Haut besonders dünn. Hier zeigen sich mehr Falten und Trockenheitserscheinungen als im Gesicht. Das liegt auch daran, dass die Talgdrüsen weniger Hautfett produzieren. Erhöhter Lichtschutz gehört zur Tagespflege, denn die Haut bildet nun selbst weniger Pigmente und bräunt langsamer. Wirkstoffe in der Tages-und Nachtpflege, die jetzt sinnvoll sind: Retinol, Vitamin C und/oder Coenzym Q10. Sie regen die Kollagenbildung an und lassen den Teint ebenmäßiger aussehen.

Hyaluronsäure bindet Feuchtigkeit, macht die Haut praller und glatter. Vitamin E bekämpft freie Radikale. Ein Peeling in der Woche reinigt und verfeinert die Poren. Auch eine Maske kann die Haut mit pflegenden Inhaltsstoffen verwöhnen. Nicht zuletzt wollen Ihre Hände (etwa mit einer Creme gegen Pigmentflecken) und Ihr Körper gepflegt werden. Am besten – wie schon in den Jahren zuvor – mit einer straffenden Lotion oder Creme, denn das gesamte Bindegewebe verliert nun an Spannkraft. So harmlos wie Altersflecken sind so genannte Senile Warzen. Sie sind ungefährlich und nicht ansteckend. Es handelt sich um gutartige Wucherungen der Hornhaut. Woher sie kommen, ist ungeklärt.

Die Haut mit 60: Schutzbarriere schonen und regenerieren In den Sechzigern geht es der Haut wie den übrigen Organen: Sie arbeiten langsamer und altern. Weil Spann- und Stützkraft sich abbauen, sinken die unteren Hautschichten im Gesicht Richtung Kinn ab. Wie in den Fünfzigern sind sichtbare Falten und Elastizitätsverlust nicht mehr allein auf den Feuchtigkeitsmangel zurückzuführen, sondern auf den Rückgang von hauteigenem Fett und auf die nachlassende Regenerationsfähigkeit der Haut. Sie wird immer dünner und transparenter, ist generell verletzlicher und blutet leichter. Umso schlimmer, wenn jetzt mit falschen Reinigungs- und Pflegeprodukten die ohnehin schon strapazierte Schutzbarriere der Haut gestresst wird. Solche Produkte müssen nun vor allem rückfetten, um die noch in der Haut verbliebene Feuchtigkeit und das noch vorhandene Hautfett zu schützen. Da sich der gesamte Stoffwechsel verlangsamt, schadet ein sanftes Peeling nichts. In hoher Konzentration empfehlen sich nun Wirkstoffe wie Retinol, Peptide, Phytohormone und pflanzliche Öle. Letztere versorgen die Haut mit Fett. Vermeiden Sie chemische Reizungen der Haut und setzen Sie auf Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Denken Sie an einen guten Sonnenschutz!


© Foto: Shutterstock/ Dmytro Zinkevych



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